Die Körpersprache von Hunden

Körpersprache Hunde

Die Körpersprache von Hunden kann uns viel über sein Befinden, seinen Charakter und seine Einstellung verraten. Somit ist es von Vorteil für uns, wenn wir sie deuten können. Wir haben für euch einfach mal die grundlegenden Körperhaltungen und Mimiken zusammengetragen und versuchen ein wenig Licht ins Dunkel der Sprache unserer Hundekumpel zu bringen.

Die Stellung der Rute

Es gibt verschiedene Eigenschaften der Rute, die wir unterscheiden können. Die Rutenstellung, die Biegung der Rute und die Geschwindigkeit des Wedelns.

Die Geschwindigkeit des Wedelns ist von dem Charakter und der Rasse des Hundes und der Situation abhängig.

1. Beim unterwürfigen Wedeln ist die Rute gesenkt und nur eine geringe Biegung der Rute zu erkennen. Oft sieht man dieses Verhalten, wenn ein unsicherer Hund oder ein Welpe auf einen älteren, selbstbewussten Hund trifft.

2. Treffen beispielsweise zwei Rüden aufeinander, hebt sich die Rute, eine geringe Biegung der Rute und schnelles, kurzes Wedeln sind zu erkennen. So will der Hund den anderen beeindrucken und respektiert werden.

3. Das bekannteste Wedeln ist das freudige Wedeln. Hierbei ist die Rute mittelhoch gehoben und wird ausschweifend gewedelt.

Die Rückenlage

Auch an der Rückenlage können Stimmungen des Hundes wie Entspannung, Spielbereitschaft und Demut unterschieden werden:

1. Jeder Hundebesitzer wird die Rückenlage aus Entspannung kennen. Der Hund liegt an einem vertrauten Platz auf dem Rücken und schlummert vor sich hin.

2. Im Spiel zwischen zwei Hunden muss eine Rückenlage nichts mit Unterwerfung zu tun haben. Oft ist die Rückenlage im Spiel eine Aufforderung an den Spielpartner näher zu kommen und weiter herumzutoben.

3. Die Rückenlage aus Demut kommt eher selten vor. Sie wird daran erkannt, dass der Hund sich auf den Rücken legt und sowohl den Kopf als auch den Blick vom Gegenüber abwendet. Der Hund wedelt nicht mit dem Schwanz.

Ob, und wie häufig ein Hund eine Unterordnungsgeste zeigt, ist von vielen Faktoren abhängig. Es gibt Rassen, die diese Geste öfters in Form der Rückenlage zeigen, andere wiederum zeigen sie durch einen geduckten Kopf.

Das Fixieren

Das Fixieren des Gegenübers ist ein Zeichen von Dominanz. Wie euer Hund euch gegenüber eingestellt ist, könnt ihr im Alltag schnell erkennen. Ruft euch dazu bestimmte Momente vor Augen oder seid in gewissen Situationen aufmerksam. Ruft ihr euren Kumpel z.B. mit Namen und er ignoriert euch, hebt nicht einmal seinen Kopf, ist das ein schlechtes Zeichen. Schaut er euch jedoch an und ihr fixiert seine Augen, sollte er zeitnah zur Seite blicken. Starrt er zurück, ist das ein Zeichen der Dominanz und bedeutet, dass er euch nicht als Rudelführer akzeptiert hat. Er nimmt sich wahrscheinlich sogar selbst als diesen wahr.

Beachtet jedoch in solchen Situationen, in denen ihr euren Hund testet, dass ihr ihn nicht provoziert. Gähnt eurer Kumpel euch an, ist das ein Beschwichtigungszeichen und hat nichts mit Respektlosigkeit zu tun.

 

Selbstsicherheit oder Unsicherheit

Ist ein Hund selbstsicher und möchte dominant wirken, macht er sich möglichst groß und verlagert sein Körpergewicht nach vorne.
Legt ein Hund sein Fell an und macht sich besonders klein, indem er in die Hocke geht, deutet das darauf hin, dass er ängstlich und unsicher ist. Im Extremfall geht er in die Rückenlage und zeigt Unterwürfigkeit.

 

Kopfhaltung und Mimik

Dreht ein Hund seinen Kopf zur Seite, ist das ein Zeichen, dass er nicht aggressiv ist und evtl. sogar unsicher.
Richtet er das Gesicht frontal direkt nach vorne, zeigt er, dass er keine Angst hat. Schaut er starr geradeaus und sind seine Augen verengt, droht er.

Bei einem entspannten Gesicht und erweiterten Pupillen schaut er liebevoll.

Zieht euer Kumpel die Mundwinkel nach hinten, zeigt er Unsicherheit und Unterwürfigkeit. Eine Mischung zwischen Unsicherheit und Dominanz zeigt er, wenn er die Mundwinkel nach hinten zieht und seine Zähne zeigt.

Sind die Lippen nach oben und die Mundwinkel nach vorne gezogen und die Eckzähne sichtbar, ist das ein Zeichen für Sicherheit.

Die Ohrenstellung

Sind die Ohren nach hinten gelegt, ist das ein Zeichen der Unterwerfung.
Hoch aufgerichtete Ohren bedeuten Überlegenheit. Es kann auch Aufmerksamkeit und Konzentration bedeuten. Bei Hunden mit Hängeohren muss genau hingeschaut werden, da diese Zeichen hier nicht einfach zu erkennen sind.

 

Das Drohverhalten

Bei Drohverhalten von Hunden ist Vorsicht geboten! Hier steht die Rute nach oben und die Körperhaltung ist aufrecht, um seinen Gegner zu beeindrucken. Die Ohren sind aufgerichtet und das Gesicht ist angespannt. Der Hund knurrt und zieht als Zeichen der Drohung die Lefzen hoch. In solch einer Situation ist Vorsicht geboten und die Situation sollte nicht unterschätzt werden. Einem wütenden Hund begegnet man am besten ruhig, man bleibt stehen und wendet das Gesicht leicht ab.

Es kann hilfreich sein, vom Anfang des Zusammenlebens an auf die verschiedenen Signale und Körpersprachen seines Hundes zu achten. Dadurch kann man aufmerksam werden und erkennen, welche Position der Hund einem selbst gegenüber einnehmen will. Fühlt er sich dominant oder ordnet er sich euch unter und akzeptiert euch somit als Rudelführer? Auch könnt ihr erkennen, in wieweit euer Kumpel sich beim Spielen wohl oder bedroht fühlt.

 

Verhalten gegenüber fremden Hunden

Bei einem fremden Hund empfiehlt es sich, sich nicht unnötig über ihn zu beugen, da er dies als dominant empfinden könnte. Auch sollte man ihn nicht anlächeln, ihm also nicht die Zähne zeigen oder die Hand von oben herab nach ihm ausstrecken. Er könnte dies als Angriff verstehen und sich dagegen wehren, indem er knurrt oder sogar schnappt.

 

Hilfe zum Erkennen der Körpersprache des Hundes

Manche Hundeschulen bieten zum Kennenlernen der Körpersprache von Hunden Kurse an, in denen deren Bedeutung und damit zusammenhängende Hintergründe sowie Verhaltensweisen des Hundes und sinnvolle Reaktionen des Menschen darauf ausführlich erklärt werden.

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Für dich geschrieben von

Heiko Schneider

Ich bin mit Hunden aufgewachsen. Seit über 10 Jahren erlebe ich mit meinem Labradorrüden Tano kleine und große Abenteuer. Im Hundekumpel Blog teile ich meine Erfahrungen mit meinen liebsten vierbeinigen Freunden.

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